Monatsarchiv: August 2012

Unser zehnter Tag in Brasilien:

IMG_5208

Ilha do Mel

Nach dem leckeren Frühstück in der Jugendherberge auf der Insel packten wir unsere Sachen und fuhren mit dem Boot zur schmalsten Stelle der Insel, von der wir in die Bucht und aufs offene Meer schauen konnten. Dort angekommen konnten wir unser Gepäck, welches nicht allzu groß war, da wir unsere Koffer nicht mit auf die Insel nehmen durften, in einer anderen Jugendherberge lassen. Wir wurden von einem netten Brasilianer, Jeff,  entlang uriger kleiner Wege mit strohbedeckten Hütten geführt. Es nieselte schon den ganzen letzten Tag, deshalb waren alle unsere Sachen mehr oder weniger nass und klamm, trotzdem war die Freude groß, als wir auf der anderen Inselseite das Meer  sahen. Schnell wurden ein paar Muscheln und Steine gesammelt, ein Gruppenfoto gemacht und dann mussten wir den Strand schon wieder verlassen. Der Inselspaziergang war damit jedoch noch nicht beendet: Wir durften noch auf einen kleinen Berg steigen, von dem wir einen wunderbaren Ausblick hatten, sowohl Richtung Festland als auch auf das offene Meer. Uns hat der Inselausflug sehr gut gefallen und wir wären alle gerne noch länger geblieben, vor allem, wenn das Wetter etwas besser gewesen wäre.

Wieder auf dem Festland angekommen, bekamen wir ein sehr leckeres Lunchpaket mit Vollkornbrötchen und frisch gepresstem Orangensaft und traten dann mit dem Bus die Rückfahrt nach Curitiba an. Nach der etwa dreistündigen Fahrt setzten uns die Busse im Theatersaal ab, wo wir noch kurz für das Konzert probten. Durch die schlechte Luft in Sao Paulo, die Klimaanlage im Bus, das eiskalte Meerwasser und den Regen war fast das halbe Orchester erkältet.

Das war insoweit kontrapoduktiv, da das Konzert vom Fernsehen aufgezeichnet werden sollte. Allerdings hatten sich die meisten bis zur Probe wieder im Griff, was nicht zuletzt auf die fürsorgliche Betreuung von Frau Bach und Frau Tesch zurückzuführen war.

Das Konzert begann dann wie gewohnt mit der Candide-Ouvertüre und es folgte das Saint-Saëns Cellokonzert, in dem Ludwig trotzt seiner starken Erkältung eine bravuröse Leistung erbrachte. Nach der Pause spielten wir Mahle und Beethoven. Zum Schluss setzten wir wieder unsere Sonnenbrillen auf und spielten Tico Tico vor dem begeisterten Publikum.

Gegen halb eins erreichten wir dann endlich die Jugendherberge in Curitiba, wo wir uns bemühten, schnell schlafen zu gehen, da wir am nächsten Tag erneut früh aufstehen mussten.

Unser elfter Tag in Brasilien:

Ziemlich müde, da wir erst spät ins Bett gekommen waren, saßen wir um halb acht in der Jugendherberge beim Frühstück.

Wir fuhren ins Zentrum von Curitiba, um uns die Stadt anzuschauen und um etwas des brasilianischen Geldes, von dem die meisten noch mehr als genug haben, auszugeben. Das war allerdings schwerer als gedacht, da es in der gesamten Einkaufsstraße nur einen einzigen Laden gab, in der man Souveniers und Postkarten kaufen konnte, den allerdings die meisten nicht gefunden haben, und der Rest der Geschäfte war ziemlich verkruschtelt. Wer eine Karte nach Hause schicken wollte, musste sich zusätzlich noch auf die Suche nach einer Post machen, um dort sechs Briefmarken zu kaufen, die man dafür braucht.

Weil es auf der Strecke von Curitiba nach Tatui keine Rastplätze mit gutem Restaurant gibt, aßen wir noch in Curitiba zu Mittag. Dann setzten wir uns wieder in die Busse, um erneut neun Stunden zu fahren. Wieder schliefen die meisten, andere schauten Filme oder lasen sich gegenseitig aus Büchern vor. Erst gegen neun Uhr abends erreichten wir den Bauernhof in der Nähe von Tatui, in dem wir vier Nächte verbringen werden. Nachdem wir endlich unsere Koffer wieder bekommen hatten, konnten wir unsere Unterkunft in Augenschein nehmen. Es ist ein sehr großes Anwesen mit vielen Tieren (Vögeln, Katzen, Hunden und einem kleinen Äffchen. Die Zimmer sind zwar für die Anzahl an Betten, die in ihnen stehen, relativ klein, und auch besonders viele Bäder gibt es nicht, dafür große Wiesen zum Hinlegen und einen (wenn auch sehr kalten) Pool, der gleich an diesem Abend noch ausprobiert wurde.

Unser achter Tag in Brasilien:

Am Morgen wurden noch schnell die Sachen gepackt, bevor es dann zum letzten Mal zur Fundacao das Artes ging. Nacheinander kamen wir Jugendlichen aus dem JuSO dort an, die meisten mit der ganzen Gastgeberfamilie. Schnell füllte sich der Platz in und um die Fundacao das Artes und bald passte kaum ein Koffer mehr in das Gedränge. Es wurden noch Telefonnummern und Facebooknamen ausgetauscht, hier und da hörte man noch leises Gelächter. Doch kurz darauf liefen schon die ersten Tränen von den Brasilianern sowie auch von den Deutschen. Die Koffer wurden in die Busse geladen und wie immer wurden noch viele schöne Fotos geschossen. Dann drängten die Betreuer uns dazu, in die Busse einzusteigen. Jedoch dauerte es eine ganze Weile bis sich alle noch einmal von den brasilianischen Freunden veranschiedet hatten und dann auf ihren Sitzen saßen, sodass wir abfahrbereit waren. Doch die Brasilianer wollte immer noch nicht abschied von uns nehmen und rannten weinend hinter den Bussen her. Es war eine sehr tolle Erfahrung für uns, bei der wir viele nette Menschen kennengelernt haben.

Wir hoffen alle, dass es eine Möglichkeit geben wird, dass das brasilianische Orchester uns in Stuttgart besucht.”

Marie Mestmacher, Viola

Nach einer mehstündigen Busfahrt von São Caetano do Sul nach Piracicaba wurden wir von Herrn Eckert begrüβt, der alles in Piracicaba für uns organisiert hatte, und bekamen in einem „All you can eat“ – „Churrasco“ Restaurant ein ausgiebiges, leckeres Mittagessen. Hier gingen die Kellner herum, und verteilten verschiedene Sorten von Fleisch von groβem Metallspieβen, außerdem gab es ein großes Buffet. Anschlieβend fuhren wir zu einem Freiteitzentrum, in dem wir uns für zwei Stunden vor dem Konzert ausruhen durften. Die meisten hielten ein Nickerchen im Park, während andere sich lieber sporlich beschäftigten. Um 17.30 Uhr hatten wir dann Anspielprobe im Theatro Municipal von Piracicaba. Dort wurden wir vom Komponisten Ernst Mahle begrüβt, der in Stuttgart geboren ist, seit über 60 Jahren in Brasilien lebt, dort komponiert und sich für die musikalische und kultrelle Bildung brasilianischer Kinder einsetzt. Nach dem wunderschönen Konzert, in dem wir Candide, Mahle, und Beethoven, sowie drei Zugaben (Mambo und 2x Tico Tico) gespielt hatten, durften wir in einer Pizzeria abendessen. Die Kellner brachten verschiedene Pizzen an die Tische, sodass sich jeder nach seinem Geschmack bedienen konnte. Zum Nachtisch gab es noch verschiedene Frucht- und Schokopizzen.