Robert Redford – Hollywood-Star und Umweltfreund
Robert Redford – Hollywood-Star und Umweltfreund, Pixabay/Foto illustrativ

Die Filmwelt trauert um eine Ikone. Robert Redford, Schauspieler, Regisseur und Aktivist, ist im Alter von 89 Jahren in seinem Haus im US-Bundesstaat Utah gestorben. Seine Sprecherin bestätigte die Nachricht der Deutschen Presse-Agentur. Der gebürtige Kalifornier galt als einer der prägendsten Stars des Kinos seit den 1960er Jahren.

Inhaltsverzeichnis:

Paul Newman und zwei Banditen

Seinen Durchbruch hatte Redford 1969 an der Seite von Paul Newman in der Westernkomödie „Zwei Banditen“. Dort spielten sie Eisenbahn- und Bankräuber. Diese Rolle machte ihn zum Star. In den folgenden Jahrzehnten verkörperte er zahlreiche Charaktere zwischen charmantem Liebhaber, eleganten Gauner und politischen Idealisten.

  • 1973 spielte er in „Der Clou“ erneut mit Paul Newman.
  • 1974 folgte „Der große Gatsby“ mit Mia Farrow.
  • 1985 glänzte er mit Meryl Streep in „Jenseits von Afrika“.

Selbst im hohen Alter stand er noch vor der Kamera. In „Ein Gauner & Gentleman“ (2018) übernahm er die Rolle des Bankräubers Forrest Tucker. Sein letzter Auftritt folgte 2019 im Film „Avengers: Endgame“ als Agent Alexander Pierce.

Jane Fonda und die großen Rollen

Die 1960er und 1970er Jahre formten seinen Ruf als Idol. Mit Jane Fonda stand er bereits in „Barfuß im Park“ vor der Kamera. Gemeinsam kehrten sie 2017 in Venedig mit dem Drama „Our Souls at Night“ zurück. Dort erhielten beide den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk.

Weitere wichtige Stationen:

  1. 1972 Wahl-Satire „Bill McKay – Der Kandidat“.
  2. 1976 Politthriller „Die Unbestechlichen“ mit Dustin Hoffman.
  3. 2007 Drama „Von Löwen und Lämmern“.

In „All Is Lost“ (2013) spielte er mit 77 Jahren einen Segler, der allein im Ozean ums Überleben kämpft. Bei den Dreharbeiten brachte er sich körperlich an Grenzen.

Santa Monica, Colorado und New York

Geboren wurde Robert Redford 1936 in Santa Monica. Sein Vater war Buchhalter. Aufgewachsen ist er in einfachen Verhältnissen. Ein Sportstipendium führte ihn an die Universität von Colorado. Danach reiste er durch Europa, verkaufte Gemälde und kam schließlich auf Umwegen an eine Schauspielschule in New York.

Hollywood war für ihn nie ein Ziel, sondern eher ein Zufall. Dennoch wurde er Ende der 1960er Jahre zum Leinwandidol. Sein markantes Gesicht, blonde Haare und blaue Augen prägten das Bild eines klassischen Stars.

Ehe mit Lola Van Wagenen und Familie

Mit 22 Jahren heiratete er Lola Van Wagenen. Die Ehe hielt bis 1985. Sie hatten vier Kinder. Ihr erstgeborener Sohn starb als Säugling. Sohn James, Filmemacher, starb 2020 mit 58 Jahren an Krebs.

2009 heiratete er erneut. In Hamburg gab er der deutschen Malerin Sibylle Szaggars das Jawort. Das Paar lebte zurückgezogen in Utah und Nordkalifornien. Redford mied Partys, widmete sich Skifahren, Reiten und der Natur.

Sundance Festival und Independent-Filme

1980 gründete Redford das „Sundance Institute“. Heute gilt das Sundance-Festival als größtes US-Treffen unabhängiger Filmemacher. Jedes Jahr im Januar kommen dort in Utah hunderte Filmschaffende zusammen.

Redford wollte jungen Talenten eine Plattform geben. Ihm ging es um Vielfalt und Unabhängigkeit. 2002 erhielt er von der Filmakademie einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Seinen einzigen regulären Oscar gewann er 1981 als Regisseur von „Eine ganz normale Familie“.

Engagement für Umwelt und Politik

Neben seiner Filmkarriere setzte er sich für Natur und Klima ein. 1989 prägte ihn eine Konferenz in Denver, als Wissenschaftler vor der Erderwärmung warnten. Seitdem war er ein engagierter Umweltaktivist.

Auch politisch zeigte er Haltung:

  • 1972 Satire „Bill McKay – Der Kandidat“.
  • 1976 „Die Unbestechlichen“ zum Watergate-Skandal.
  • 2007 „Von Löwen und Lämmern“ über Krieg und Politik.

Redford verstand Kino als Mittel, gesellschaftliche Themen sichtbar zu machen.

Späte Jahre und letzte Ehrungen

Mit 81 Jahren erhielt er in Venedig zusammen mit Jane Fonda den Goldenen Löwen. 2013 brachte er den Politthriller „Die Akte Grant“ ins Kino. In Interviews zeigte er sich zufrieden. Fehler seien Teil seines Lebens gewesen.

Die Filmwelt verliert einen ihrer größten Namen. Robert Redford war Schauspieler, Regisseur, Festivalgründer und Umweltaktivist. Seine Karriere erstreckte sich über sechs Jahrzehnte. Er hinterlässt ein Werk, das Hollywood und das unabhängige Kino gleichermaßen geprägt hat.

 Quelle: Stuttgarter Zeitung, YouTube, CBS Evening News, The Kennedy Center