Tanzen, Matcha und Sonne: Stuttgart feiert schon am
Tanzen, Matcha und Sonne: Stuttgart feiert schon am, Foto: Pexels-Pixabay/ Pexels-Pixabay-Lizenz

Früh am Morgen tanzen, Kaffee trinken und gute Laune genießen – das war das Konzept des „10AM Club Festival“ in Stuttgart. In den Wagenhallen verwandelte sich die Halle am Samstag in den größten Morning-Rave Europas. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher feierten acht Stunden lang zu „Underground House Music“, begleitet von Matcha und Espresso.

Inhaltsverzeichnis:

Wagenhallen als Zentrum der House-Szene

Bereits um 10 Uhr öffneten sich die Tore der Stuttgarter Wagenhallen. Die Stimmung war sofort ausgelassen. Das Festival dauerte acht Stunden und bot ein neues Konzept des Tagestanzens, das in Deutschland bisher kaum bekannt war. Hinter der Veranstaltung steht ein Trio um Nico Tettenborn, Steffen und Daniel. Sie hatten die Idee, die Atmosphäre kalifornischer „Coffee-Shop-Raves“ nach Europa zu bringen.

Im Innenbereich herrschte pulsierende Energie, während draußen eine entspannte Atmosphäre mit Sitzmöglichkeiten und Foodständen auf die Gäste wartete. Zwischen geparkten Autos von Mercedes und Porsche entstanden spontane Fotospots. Die Musik reichte bis nach draußen, doch wer eine Pause brauchte, fand dort Ruhe.

Nico Tettenborn und die Idee hinter dem Konzept

„Wir haben gestern noch gesagt, wir hätten Guiness World Record einladen müssen“, meinte Nico Tettenborn lachend. Mit diesem Satz beschrieb er den Erfolg der Veranstaltung. Das Team setzte auf eine klare Struktur: 1. Morgens ruhige Beats, 2. Mittags stärkerer Bass, 3. Nachmittags Höhepunkt mit Lichtshow und voller Tanzfläche.

Über den Tag verteilt traten sechs DJs auf, darunter die Veranstalter selbst. Der musikalische Fokus lag auf Deep & Minimal House Culture. Diese Struktur sorgte für ein stetig wachsendes Energielevel. Wer lieber chillte, konnte sich einen Matcha oder Protein-Eiskaffee gönnen – die Getränkekarte war genauso durchdacht wie die Playlist.

Einige Besucher wie Markus, 45, kamen gezielt wegen der Musik. Er hatte die Veranstaltung auf Instagram entdeckt. Andere wie Laura und Saskia, beide 25, lobten besonders die Matcha-Bar. Das Getränk passte perfekt zum Konzept einer „gesunden“ Party.

Atmosphäre, Publikum und Angebote

Im Mittelpunkt stand eine offene, natürliche Stimmung. Die Gäste kamen ohne Dresscode. Viele erschienen sportlich oder leger. Die Zielgruppe bestand vor allem aus Menschen zwischen 30 und 39 Jahren. Das Konzept sprach sowohl Fitnessbegeisterte als auch Fans elektronischer Musik an.

Angeboten wurden:

  • Brezeln und Croissants
  • vegane Bowls
  • „Healthy Wraps“ und Protein-Drinks

Hinter dem Dancefloor sorgten Lichtinstallationen für eine besondere Kulisse. Über den Tag hinweg wandelte sich der Raum von einem Café-ähnlichen Treffpunkt zu einer vibrierenden Tanzfläche.

In Stuttgart werden solche kreativen Eventkonzepte zunehmend populär. Auch andere Veranstaltungsformate wie das Stutyard Festival setzen auf neue Erlebnisformen mit Tagescharakter und lokaler Szeneanbindung.

Der 10AM Club auf Wachstumskurs

Bereits in Städten wie Hamburg, Berlin und Salzburg hat der „10AM Club“ ähnliche Events etabliert. In Stuttgart fand bisher jede Ausgabe im „Oscho“ statt – dort kamen rund 500 Besucher. Die aktuelle Ausgabe in den Wagenhallen war mit 2.000 Tickets die bisher größte ihrer Art in Europa.

Das nächste Event ist schon geplant. Ende Februar 2026 soll in Stuttgart das einjährige Jubiläum stattfinden. Mark und Vanessa, 36, sind sicher wieder dabei. Sie waren bereits Gäste der ersten Ausgabe. „Du hast mehr vom Wochenende“, sagte Vanessa.

Die Stuttgarter Kulturszene erlebt derzeit einen Aufschwung. Zahlreiche Formate, von elektronischen Partys bis hin zu klassischen Konzerten, prägen das Stadtbild. Eine ähnliche Dynamik zeigt sich auch bei den Jazz Open Stuttgart 2025 oder bei Projekten wie Aylivas Konzert in Stuttgart.

Das „10AM Club Festival“ hat bewiesen, dass Feiern am Morgen mehr sein kann als eine ungewöhnliche Idee. Es ist ein wachsendes kulturelles Phänomen, das Stuttgart früh am Tag zum Tanzen bringt.

Standort auf Google Maps prüfen:

Karte: Google Maps / Standort des Objekts

Quelle: STUTTGARTER ZEITUNG, MILEKCORP