Höhere Standgebühren verändern den Stuttgarter Weihnachtsmarkt
Höhere Standgebühren verändern den Stuttgarter Weihnachtsmarkt, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Die Besucherinnen und Besucher des Stuttgarter Weihnachtsmarktes müssen sich in diesem Jahr auf spürbare Veränderungen einstellen. Die Stadt hat beschlossen, die Standgebühren für Händler und Gastronomen zu erhöhen. Ziel der Maßnahme ist es, zusätzliche 125.000 Euro in die Stadtkasse zu bringen. Betroffen sind rund 250 Beschicker, die ihre Waren und Speisen auf dem Markt anbieten.

Inhaltsverzeichnis:

Stadt Stuttgart beschließt Gebührenerhöhung

Der Gemeinderat hat am Freitag beschlossen, die Gebühren für die Stände beim Weihnachtsmarkt anzuheben. Damit reagiert die Stadt auf gestiegene Kosten für Sicherheit, Reinigung und Ordnungsdienst. Für Anbieter von Textilien, Handwerk und weihnachtlichen Artikeln steigt der Preis von 105 auf 115,50 Euro pro Quadratmeter. Die Gebühr gilt für die gesamte Dauer des Marktes, nicht pro Tag.

Die stärksten Erhöhungen betreffen die Gastronomie.

  • Fleisch- und Wurststände zahlen künftig 712,80 Euro statt 594 Euro pro Quadratmeter.
  • Bei Glühwein, Waffeln und Gebäck steigt der Betrag von 412 auf 505,20 Euro.
  • Für Süßwaren werden 281,60 Euro statt bisher 256 Euro fällig.
  • Wer gebrannte Mandeln anbietet, zahlt 307,20 Euro pro Quadratmeter.

Laut Stadtverwaltung liegen die Preise trotz der Anpassungen weiterhin unter denen in Städten wie Dresden, Nürnberg oder Esslingen.

Mark Roschmann fordert mehr Beteiligung der Schausteller

Mark Roschmann, Vorsitzender des Schaustellerverbands Südwest und Betreiber eines Süßwarenstands, kritisiert den Prozess der Entscheidung. Er betont: „Jeder muss seinen Teil leisten, das ist uns klar. Aber früher hat man uns eingebunden. Dieses Mal wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Roschmann fordert, dass die Stadt künftig enger mit den Beschickern zusammenarbeitet. Die Schausteller hätten langjährige Erfahrung und einen direkten Einblick in die Abläufe auf dem Markt. Mehr Hintergründe zur aktuellen Entwicklung des Weihnachtsmarkts gibt es in dem Beitrag über die Vielfalt der Stuttgarter Weihnachtsmärkte.

Auswirkungen auf Preise für Glühwein und Süßigkeiten

Die Preiserhöhungen für die Stände könnten sich auch auf die Besucher auswirken.

Unklar, ob höhere Standgebühren die Preise für Besucher erhöhen
Unklar, ob höhere Standgebühren die Preise für Besucher erhöhen, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Noch ist unklar, ob sich die höheren Gebühren in den Verkaufspreisen widerspiegeln werden. „Ich kann Preissteigerungen nur schwer an meine Kunden weitergeben, sonst kommt keiner mehr“, erklärt Roschmann. Ob der Glühwein künftig mehr als fünf Euro oder die Schokobanane über sieben Euro kostet, hängt von vielen Faktoren ab.

Besonders die Preise für Energie und Rohstoffe spielen dabei eine Rolle. Der Preis für Schokolade ist im Herbst von acht auf 18 Euro gestiegen, fällt aber ab dem 1. Januar wieder auf unter zehn Euro. Damit besteht Hoffnung, dass manche Produkte trotz gestiegener Gebühren nicht teurer werden. Weitere Informationen zu den kulinarischen Angeboten gibt es hier zu den neuen Glühwein-Kreationen auf dem Weihnachtsmarkt.

Einnahmen und Folgen für die Stadt

Die Stadt Stuttgart rechnet mit Mehreinnahmen von rund 125.000 Euro. Das Geld soll helfen, die steigenden Betriebskosten des Weihnachtsmarkts zu decken. Die Erhöhung betrifft insgesamt etwa 250 Stände und gilt bereits ab dem kommenden Markttermin. Laut Stadtverwaltung handelt es sich um eine notwendige Maßnahme, um das hohe Sicherheits- und Service-Niveau zu halten.

Ob sich die Entscheidung langfristig auch auf die Besucherzahlen auswirken wird, bleibt abzuwarten. In den letzten Jahren zog der Weihnachtsmarkt regelmäßig über eine Million Gäste an. Trotz der neuen Gebühren dürfte Stuttgart damit weiterhin zu den attraktivsten Weihnachtszielen in Deutschland gehören. Mehr zur städtischen Kultur und aktuellen Ereignissen in der Region finden Interessierte hier im Überblick.

Quelle: STUTTGARTER ZEITUNG, 24 EDU INFO

FAQ

Warum wurden die Standgebühren auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt erhöht?

Die Stadt Stuttgart hat die Gebühren angehoben, um gestiegene Kosten für Sicherheit, Reinigung und Ordnungsdienst zu decken. Zusätzlich sollen rund 125.000 Euro Mehreinnahmen erzielt werden.

Wie stark steigen die Gebühren für Händler und Gastronomen?

Für Textilien, Handwerk und weihnachtliche Artikel steigt der Preis von 105 auf 115,50 Euro pro Quadratmeter. Für Gastronomiebetriebe sind die Erhöhungen deutlich höher, zum Beispiel bei Fleisch- und Wurstständen von 594 auf 712,80 Euro.

Wer ist von der Erhöhung besonders betroffen?

Vor allem Anbieter von Speisen und Getränken, wie Glühwein- oder Süßwarenstände, sind stark betroffen. Insgesamt betrifft die Maßnahme rund 250 Beschicker des Weihnachtsmarktes.

Wie reagiert der Schaustellerverband auf die Entscheidung?

Mark Roschmann, Vorsitzender des Schaustellerverbands Südwest, kritisiert, dass die Schausteller nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden wurden. Er fordert mehr Beteiligung und Dialog mit der Stadt.

Werden Glühwein und Süßwaren auf dem Weihnachtsmarkt teurer?

Das ist derzeit unklar. Viele Händler können Preissteigerungen nur schwer an die Kundschaft weitergeben. Faktoren wie Energie- und Rohstoffpreise spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wie viel will die Stadt durch die Gebührenerhöhung einnehmen?

Die Stadt Stuttgart plant, durch die Anpassung der Gebühren rund 125.000 Euro zusätzlich zu generieren, um steigende Betriebskosten des Weihnachtsmarktes zu finanzieren.

Wann treten die neuen Gebühren in Kraft?

Die neuen Gebührensätze gelten bereits ab dem kommenden Weihnachtsmarkttermin in Stuttgart.