Stuttgart wird wirtschaftlich vor allem von Automotive, Maschinenbau, industrieller Technologie, Informations- und Kommunikationstechnik sowie unternehmensnahen Dienstleistungen geprägt. Die Landeshauptstadt ist zugleich Kern einer Region, in der Industrie, Forschung, Software, Engineering und kreative Dienstleistungen eng zusammenarbeiten. Die Stadt zählt mehr als 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner und gehört zu den größten deutschen Städten. Als Wirtschaftsstandort wird Stuttgart von der Stadt selbst als Standort mit mehr als 30.000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen beschrieben. Wer den Standort einordnet, sieht schnell die Verbindung von Industrie und Wissen, wie sie auch im Überblick zu Stuttgart als Wirtschaftszentrum Süddeutschlands sichtbar wird.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Stuttgart wirtschaftlich anders funktioniert als viele andere Städte
- Automotive rund um Mercedes-Benz, Porsche, Bosch und Mahle bleibt der stärkste sichtbare Block
- Maschinenbau und Produktionstechnik sichern die industrielle Tiefe der Region Stuttgart
- IT, Software, Deep Tech und Digitalisierung wachsen als zweite Kraft neben der Industrie
- Unternehmensnahe Dienstleistungen, Forschung und Bildung stützen den Standort
- Kreativwirtschaft, Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik ergänzen die großen Branchen
- Branchenvergleich mit belastbaren Kennzahlen
- Woran Leser die wirtschaftliche Dominanz im Stadtbild erkennen
- FAQ
Warum Stuttgart wirtschaftlich anders funktioniert als viele andere Städte
Die wichtigsten Treiber sind nicht isoliert zu betrachten, sondern als Netzwerk aus Herstellern, Zulieferern, Forschung, IT, Ingenieurbüros, Dienstleistern und Hochschulen. Besonders deutlich zeigt sich das bei Mobilität, Produktionstechnik und Digitalisierung. Die Rolle von Technologie in Stuttgart als Fundament der Stadtentwicklung erklärt, warum klassische Industrie und digitale Anwendungen am Standort immer stärker zusammenrücken.
Auch der Alltag in der Stadt wird durch diese Branchen geprägt. Hohe Arbeitsplatzdichte, Pendlerströme, Fachkräftebedarf, Hochschulnähe und die Nachfrage nach urbanen Dienstleistungen wirken direkt auf Verkehr, Wohnen, Gastronomie, Bildung und Freizeit. Das macht wirtschaftliche Themen auch für Leser relevant, die sich eher für Alltag und Leben in Stuttgart interessieren.
Stuttgart ist keine reine Verwaltungsstadt und kein reiner Dienstleistungsstandort. Die Stadt ist Teil eines Industrieraums, der stark exportorientiert ist und viele technisch geprägte Arbeitsplätze bündelt. Die Region Stuttgart umfasst den Stadtkreis Stuttgart sowie die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und den Rems-Murr-Kreis. In dieser Struktur entstehen viele wirtschaftliche Effekte nicht nur im Stadtgebiet, sondern im gesamten Umland.
Die Region gilt als stärkster Wirtschaftsraum Baden-Württembergs. Auf rund zehn Prozent der Landesfläche wird ein großer Teil der Wirtschaftsleistung des Landes erwirtschaftet. Diese Stärke erklärt sich nicht durch einen einzigen Konzern. Sie entsteht durch eine dichte Mischung aus Weltunternehmen, Mittelstand, Zulieferern, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Handwerk, Softwarehäusern und spezialisierten Dienstleistern.
Stuttgart dominiert wirtschaftlich dort, wo Industrie, Entwicklung und Dienstleistungen unmittelbar ineinandergreifen. Ein Automobilhersteller braucht Zulieferer, Software, Sensorik, Design, Rechtsberatung, Logistik, Werkstätten, Maschinen, Personalberatung und Forschung. Genau diese Kette ist im Raum Stuttgart über Jahrzehnte gewachsen.
Das macht den Standort robust, aber nicht frei von Druck. Elektromobilität, digitale Produktion, internationale Konkurrenz, höhere Energiekosten und Fachkräftemangel verändern die Struktur. Die großen Branchen bleiben wichtig. Gleichzeitig verschiebt sich der Schwerpunkt vom reinen Produzieren hin zu Entwicklung, Daten, Automatisierung, Plattformen, Service und Systemintegration.
- Stuttgart ist ein Kernstandort des Automotive-Clusters in Deutschland.
- Maschinenbau und Produktionstechnik liefern die industrielle Basis.
- IT und digitale Berufe wachsen stärker als viele klassische Bereiche.
- Unternehmensnahe Dienstleistungen verbinden Industrie, Verwaltung und Märkte.
- Forschung und Hochschulen machen den Standort innovationsfähig.
Automotive rund um Mercedes-Benz, Porsche, Bosch und Mahle bleibt der stärkste sichtbare Block
Die Automobilwirtschaft ist die bekannteste Branche Stuttgarts. Sie prägt das Image der Stadt im In- und Ausland. Mercedes-Benz, Porsche, Bosch und Mahle stehen für Fahrzeugbau, Zulieferung, Motorentechnik, Elektronik, Forschung, Entwicklung und internationale Märkte. In der Region Stuttgart bildet das Automotive-Cluster nach Angaben der regionalen Wirtschaftsförderung den beschäftigungsstärksten Wirtschaftszweig.
Für die Region Stuttgart werden rund 220.500 Beschäftigte im Automotive-Cluster genannt. Das entspricht etwa 17 Prozent der Beschäftigten der Region. Im Stadtkreis Stuttgart liegt ein lokaler Schwerpunkt mit rund 60.900 Beschäftigten im Automotive-Cluster. Diese Zahl zeigt, dass der Kern nicht nur im Umland liegt, sondern auch direkt in der Landeshauptstadt.
Automotive dominiert Stuttgart nicht nur durch Fahrzeugproduktion, sondern durch Entwicklung, Zulieferung, Software, Engineering und hochspezialisierte Dienstleistungen. Der Wandel zur Elektromobilität verändert die Arbeitsteilung. Batterietechnik, Ladeinfrastruktur, Leistungselektronik, Assistenzsysteme, vernetzte Fahrzeuge und automatisierte Fahrfunktionen gewinnen an Gewicht.
Warum die Branche trotz Transformation weiter zentral bleibt
Die Branche steht unter Druck. Neue Anbieter, sinkende Margen, internationale Konkurrenz und die Umstellung auf elektrische Antriebe verändern das Geschäftsmodell. Trotzdem bleibt die regionale Konzentration ein Vorteil. Viele Unternehmen arbeiten an ähnlichen Problemen. Sie können Personal, Forschung, Testumgebungen und Zuliefernetzwerke nutzen, die an anderen Standorten erst aufgebaut werden müssten.
Das Automotive-Cluster ist außerdem eng mit dem Maschinenbau verbunden. Produktionsanlagen, Robotik, Werkzeugmaschinen, Prüfstände, Automatisierung und Fertigungsplanung sind für Fahrzeughersteller unverzichtbar. Deshalb ist die Automobilwirtschaft in Stuttgart nicht nur eine Herstellerbranche. Sie ist ein industrielles Ökosystem.
Für Gründer und junge Unternehmen ist diese Nähe ebenfalls wichtig. Wer Software, Sensorik, Datenanalyse oder industrielle Automatisierung entwickelt, findet im Raum Stuttgart potenzielle Kunden und Kooperationspartner. Ein praktischer Einstieg für Unternehmer ist der Blick auf die Frage, wie man eine Firma in Stuttgart gründet.
Maschinenbau und Produktionstechnik sichern die industrielle Tiefe der Region Stuttgart
Der Maschinenbau ist die zweite große industrielle Säule. Er ist weniger sichtbar als Automarken, aber wirtschaftlich sehr wichtig. Maschinenbauunternehmen entwickeln Anlagen, Komponenten, Werkzeuge, Automatisierungssysteme und Speziallösungen für Fabriken. Ohne diese Branche wäre der Automotive-Standort deutlich schwächer.
Für die Region Stuttgart wurde im Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2022 ein Umsatz von rund 23,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Das entsprach rund neun Prozent des deutschen Branchenumsatzes. Die Exportquote lag bei etwa 62 Prozent. Diese Werte zeigen, dass der Maschinenbau stark international ausgerichtet ist.
Der Maschinenbau dominiert Stuttgart und die Region nicht durch Masse, sondern durch Spezialisierung, Exportstärke und Nähe zu industriellen Kunden. Viele Unternehmen liefern nicht nur Maschinen. Sie liefern komplette Prozesse. Dazu zählen Planung, Steuerung, Wartung, Software, Datenanbindung und Energieeffizienz.
Produktionstechnik macht Stuttgart zum Standort für industrielle Lösungen
Die Stärke des Maschinenbaus liegt in seiner Verbindung mit Automatisierung. Industrie 4.0, Robotik, Sensorik, digitale Zwillinge und künstliche Intelligenz verändern Fabriken. In Stuttgart treffen diese Themen auf Kunden, die solche Lösungen unmittelbar einsetzen können. Das beschleunigt Entwicklung und Anwendung.
Ein weiterer Faktor ist das Ingenieurwesen. Die Region hat viele technisch qualifizierte Beschäftigte. Das passt zu Branchen, die komplexe Produkte herstellen. Besonders wichtig sind Fachkräfte mit Ausbildung, Studium oder Spezialisierung in Mechatronik, Elektrotechnik, Informatik, Produktion, Konstruktion und Qualitätsmanagement.
- Zuerst entsteht der Bedarf in Industrieunternehmen, etwa bei Fahrzeugherstellern oder Zulieferern.
- Dann entwickeln Maschinenbauer, IT-Anbieter und Ingenieurbüros technische Lösungen.
- Danach werden diese Lösungen in Produktion, Wartung, Logistik und Qualitätssicherung eingesetzt.
- Aus den Anwendungen entstehen neue Daten, Prozesse und Geschäftsmodelle.
- Dadurch wächst die Nachfrage nach Software, Beratung und weiteren technischen Dienstleistungen.
IT, Software, Deep Tech und Digitalisierung wachsen als zweite Kraft neben der Industrie
Die Informations- und Kommunikationstechnik ist in Stuttgart nicht nur eine eigene Branche. Sie ist eine Querschnittskraft. Sie verändert Fahrzeugbau, Maschinenbau, Verwaltung, Handel, Bildung, Gesundheit und Kultur. Die regionale IT-Plattform nennt für die Region Stuttgart ein deutliches Wachstum der IKT-Beschäftigung von 2014 bis 2024.
Im engeren Sinne arbeiten in der IKT-Branche der Region rund 89.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das entspricht etwa sieben Prozent der gesamten Beschäftigung in der Region. Zusätzlich wird die Gruppe der digitalen Impulsgeber beschrieben. Dazu zählen Berufe, die Digitalisierung in vielen Branchen vorantreiben. Für diese Gruppe werden rund 201.700 Beschäftigte genannt.
Die IT-Branche ist in Stuttgart deshalb besonders wichtig, weil digitale Kompetenz stark in industriellen Anwenderunternehmen sitzt. Viele Softwarekräfte arbeiten nicht nur bei klassischen IT-Firmen. Sie arbeiten in Fahrzeugentwicklung, Produktionsplanung, Automatisierung, Forschung, Datenanalyse, Sicherheit, Design und Steuerungstechnik.
Die Themen sind konkret. Es geht um Cybersecurity, Cloudlösungen, vernetzte Produktionssysteme, industrielle Datenräume, Halbleiter, Sensorik, Simulation, Robotik und digitale Geschäftsmodelle. Auch Unternehmen, die lange als klassische Industriebetriebe galten, bauen digitale Teams auf. Diese Entwicklung ist ein Grund, warum Beiträge über IT als Treiber für Unternehmen in Stuttgart direkt in die wirtschaftliche Debatte gehören.
Deep Tech passt zur Stuttgarter Wirtschaftsstruktur
Deep Tech ist in Stuttgart besonders relevant, weil viele Anwendungen aus realen industriellen Problemen entstehen. Dazu zählen Photonik, Chiplets, Automatisierung, Robotik, Quantensensorik und technische Software. Diese Felder brauchen Forschung, Kapital, Testumgebungen und Kunden mit hohem technischen Anspruch.
Die Nähe zu Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen stärkt diesen Bereich. In der Region befinden sich mehrere Hochschulen, Fraunhofer-Institute, Max-Planck-Institute und Einrichtungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Solche Strukturen helfen, Forschungsergebnisse in Produkte und Dienstleistungen zu überführen.
Unternehmensnahe Dienstleistungen, Forschung und Bildung stützen den Standort
Eine starke Industrie braucht starke Dienstleistungen. In Stuttgart gehören dazu Rechts- und Steuerberatung, Unternehmensberatung, Architektur, Ingenieurbüros, wissenschaftliche Dienste, Personalvermittlung, Marketing, Finanzierung, Versicherungen und technische Prüfleistungen. Diese Bereiche sind nicht nur Begleiter der Industrie. Sie sind Teil der Wertschöpfung.
Der Strukturbericht der Region Stuttgart nennt für wirtschaftliche Dienstleistungen rund 237.000 Beschäftigte in der Region. Damit gehört dieser Bereich zu den prägenden Arbeitsmarktfaktoren. Er verbindet klassische Unternehmen mit neuen Märkten, rechtlichen Anforderungen, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und internationaler Expansion.
Unternehmensnahe Dienstleistungen dominieren Stuttgart leiser als Automotive, sind aber für Standortentscheidungen und Wachstum entscheidend. Ein Hersteller kann nur investieren, wenn Planung, Finanzierung, Genehmigung, Personal, IT-Sicherheit, Steuern, Verträge und Projektsteuerung funktionieren. Deshalb wächst die Bedeutung spezialisierter Dienstleister.
Forschung und Entwicklung sind der Verstärker
Stuttgart und die Region investieren stark in Forschung und Entwicklung. Die regionale Wirtschaftsförderung nennt einen Anteil von rund 7,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, der in Forschung und Entwicklung fließt. Damit liegt der Standort deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dieser Wert erklärt, warum viele Branchen hier nicht nur produzieren, sondern entwickeln.
Forschung wirkt auf mehrere Branchen zugleich. Sie stärkt Fahrzeugtechnik, Produktion, Software, Energieeffizienz, Medizintechnik, Materialwissenschaft, Luft- und Raumfahrt sowie digitale Infrastruktur. Für Beschäftigte bedeutet das hohe Anforderungen. Für Unternehmen bedeutet es Zugang zu Wissen, Talenten und Kooperationsprojekten.
Für Leser, die den Standort wirtschaftlich einschätzen wollen, lohnt sich auch ein Blick auf den Stuttgarter Wirtschaftsmarkt im Überblick. Denn die Stärke der Stadt entsteht aus vielen verbundenen Märkten, nicht aus einer einzelnen Branche.
Kreativwirtschaft, Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik ergänzen die großen Branchen
Die Kreativwirtschaft ist in Stuttgart mehr als Kultur. Sie arbeitet eng mit Automotive, Maschinenbau und IT zusammen. Dazu zählen Design, Werbung, Kommunikation im Raum, Eventmanagement, digitale Medien, Musik, Film, Games, visuelles Marketing und Produktgestaltung. Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart beschreibt die Kreativwirtschaft als Innovationstreiberin, die mit klassischen Industriezweigen verflochten ist.
Kreativwirtschaft wird in Stuttgart dort wirtschaftlich stark, wo sie technische Produkte erklärbar, nutzbar und marktfähig macht. Ein Fahrzeug, eine Maschine oder eine digitale Anwendung braucht Design, Nutzerführung, Markenauftritt, Kommunikation und Erlebnis. Diese Leistungen wirken direkt auf Vertrieb und Akzeptanz.
Auch die Gesundheitswirtschaft gewinnt an Bedeutung. Besonders Medizintechnik und digitale Gesundheitslösungen passen zur regionalen Mischung aus Ingenieurwissen, IT, Sensorik und Forschung. Der Strukturbericht sieht hier Potenziale, vor allem in Verbindung mit Digitalisierung und Automatisierung.
Der Handel, das Gastgewerbe und lokale Dienstleistungen bleiben ebenfalls wichtig. Sie dominieren nicht die internationale Wahrnehmung des Standorts, aber sie stabilisieren den Alltag. Sie schaffen wohnortnahe Arbeitsplätze und versorgen die Bevölkerung, Pendler, Studierende und Gäste. In einer Stadt mit hoher Wirtschaftsleistung sind diese Bereiche eng mit Kaufkraft, Mobilität und Innenstadtentwicklung verbunden.
- Kreativwirtschaft unterstützt Industrie durch Design, Markenführung und Kommunikation.
- Gesundheitswirtschaft verbindet Versorgung, Forschung und technische Anwendungen.
- Handel und Gastronomie hängen stark von Innenstadt, Kaufkraft und Arbeitswegen ab.
- Bildung und Weiterbildung werden wichtiger, weil Branchen neue Qualifikationen brauchen.
- Start-ups ergänzen den Standort durch Software, Plattformen und Speziallösungen.
Branchenvergleich mit belastbaren Kennzahlen
Die folgende Übersicht trennt zwischen Stadtkreis Stuttgart und Region Stuttgart, weil viele belastbare Branchendaten regional erhoben werden. Das ist für die Einordnung wichtig. Stuttgart ist der Kern, aber viele Arbeitsplätze und Zulieferketten liegen im Verbund mit den umliegenden Landkreisen.
Stuttgarter Wirtschafts-DNA
Fünf Kräfte prägen den Standort besonders deutlich. Die Übersicht zeigt, wie eng Industrie, Technologie, Forschung und Dienstleistungen in Stuttgart zusammenwirken.
Automotive als sichtbarer Kern
Die Automobilwirtschaft bleibt der bekannteste Branchenblock in Stuttgart. Sie verbindet Hersteller, Zulieferer, Entwicklung, Software und neue Mobilität.
Merksatz: In Stuttgart wirkt Automotive nicht allein, sondern zusammen mit Technik, IT und Dienstleistungen.
Die Tabelle zeigt eine klare Rangfolge. Automotive und Maschinenbau bilden den industriellen Kern. IT und digitale Berufe wachsen als Querschnitt. Unternehmensnahe Dienstleistungen sichern Planung, Beratung und Umsetzung. Kreative und gesundheitliche Bereiche verstärken Innovation, Marke und Anwendung.
Woran Leser die wirtschaftliche Dominanz im Stadtbild erkennen
Die dominierenden Branchen lassen sich nicht nur in Statistiken erkennen. Sie prägen auch die räumliche Struktur der Stadt. Entwicklungszentren, Bürostandorte, Forschungseinrichtungen, Hochschulbereiche, Gewerbeflächen, Werkstätten und Dienstleistungscluster liegen nicht zufällig verteilt. Sie folgen Verkehrsanbindung, Flächenbedarf, Nähe zu Partnern und historisch gewachsenen Standorten.
Ein Blick auf das Stadtgebiet zeigt, dass Stuttgart wirtschaftlich nicht wie eine klassische Innenstadtökonomie funktioniert. Die City ist wichtig für Handel, Dienstleistungen, Kultur und Verwaltung. Viele industrielle und technische Funktionen liegen jedoch an größeren Achsen, in Gewerbegebieten, in Nachbarschaft zu Forschungsstandorten oder im regionalen Verbund.
Wer verstehen will, welche Branchen Stuttgart dominieren, sollte auf drei Ebenen schauen. Es geht um Beschäftigung, Wertschöpfung und Vernetzung. Eine Branche kann im Stadtbild weniger auffallen und trotzdem viele hochqualifizierte Jobs schaffen. Umgekehrt kann ein Bereich stark sichtbar sein, ohne die zentrale wirtschaftliche Rolle zu spielen.
| Frage | Worauf man achten sollte | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| Wo entstehen viele qualifizierte Jobs? | Automotive, IT, Engineering, Forschung, Dienstleistungen | Diese Bereiche beeinflussen Einkommen, Pendeln und Fachkräftebedarf. |
| Welche Branchen hängen voneinander ab? | Fahrzeugbau, Maschinenbau, Software, Zulieferer, Beratung | Starke Netzwerke machen den Standort schwer ersetzbar. |
| Wo wächst die Bedeutung? | IKT, digitale Impulsgeber, Automatisierung, Deep Tech | Diese Felder treiben Transformation und neue Geschäftsmodelle. |
| Welche Bereiche stabilisieren den Alltag? | Handel, Gesundheit, Bildung, Verwaltung, Gastronomie | Sie halten Versorgung, Stadtleben und Beschäftigung im Nahbereich zusammen. |
Für eine schnelle eigene Einschätzung hilft eine einfache Prüflogik. Erstens sollte man fragen, ob eine Branche viele direkte Arbeitsplätze schafft. Zweitens zählt, ob sie andere Branchen mitzieht. Drittens ist wichtig, ob sie Forschung, Investitionen und Fachkräfte anzieht. In Stuttgart erfüllen vor allem Automotive, Maschinenbau, IT, Engineering und wirtschaftliche Dienstleistungen diese Kriterien.
Die Dominanz der Branchen bedeutet nicht, dass andere Bereiche unwichtig sind. Kultur, Musik, Handel, Bildung, Tourismus und Gastronomie prägen die Lebensqualität. Sie profitieren von Kaufkraft und internationaler Aufmerksamkeit. Gleichzeitig stehen sie selbst unter Druck, wenn Mieten, Personalengpässe oder veränderte Konsumgewohnheiten zunehmen.
Stuttgart bleibt damit ein Standort im Umbau. Die bekannten Industrien verlieren nicht automatisch ihre Bedeutung. Sie verändern aber ihre innere Struktur. Mehr Software, mehr Elektronik, mehr Daten, mehr Service und mehr Forschung rücken in den Vordergrund. Genau dort entscheidet sich, ob Stuttgart seine wirtschaftliche Stärke hält.
Checkliste zur Einordnung der Stuttgarter Branchen
Mit diesen Punkten lässt sich schnell prüfen, welche Wirtschaftsbereiche am stärksten auf die Stadt wirken.
Je mehr Punkte zutreffen, desto stärker ist die wirtschaftliche Bedeutung der Branche für Stuttgart.
FAQ
Welche Branche dominiert Stuttgart am stärksten?
Am stärksten sichtbar ist die Automobilwirtschaft. Sie prägt Stuttgart durch Hersteller, Zulieferer, Entwicklungszentren, Forschung, Software und Engineering. In der Region Stuttgart ist das Automotive-Cluster der beschäftigungsstärkste Wirtschaftszweig.
Ist Stuttgart nur eine Autostadt?
Nein. Automotive ist sehr wichtig, aber Stuttgart wird auch durch Maschinenbau, IT, unternehmensnahe Dienstleistungen, Forschung, Kreativwirtschaft und Gesundheitswirtschaft geprägt. Die Stärke entsteht gerade aus der Verbindung dieser Bereiche.
Warum ist der Maschinenbau in Stuttgart so wichtig?
Der Maschinenbau liefert Anlagen, Automatisierung, Produktionstechnik und Speziallösungen für industrielle Kunden. Er ist eng mit Fahrzeugbau, Elektronik, Robotik und Software verbunden und stärkt damit die gesamte industrielle Struktur.
Welche Rolle spielt IT in Stuttgart?
IT ist ein Wachstumsfeld und zugleich eine Querschnittsfunktion. Viele digitale Fachkräfte arbeiten nicht nur in klassischen IT-Unternehmen, sondern auch in Industrie, Forschung, Automatisierung, Fahrzeugentwicklung und technischen Dienstleistungen.
Welche Branchen werden in Stuttgart künftig wichtiger?
Wichtiger werden digitale Technologien, Software, Cybersecurity, Automatisierung, Deep Tech, Medizintechnik, Energieeffizienz und spezialisierte Dienstleistungen. Diese Felder knüpfen an die industrielle Stärke der Stadt an.
Warum muss man bei Stuttgart auch die Region betrachten?
Viele Wertschöpfungsketten verlaufen über Stadtgrenzen hinweg. Hersteller, Zulieferer, Forschung, Maschinenbau und Dienstleister sitzen im Stadtkreis Stuttgart und in den umliegenden Landkreisen. Deshalb erklären regionale Daten den Standort oft besser als reine Stadtdaten.
Stuttgart wird vor allem von Automotive, Maschinenbau, IT, Forschung und unternehmensnahen Dienstleistungen getragen. Die Automobilwirtschaft bleibt der sichtbarste Branchenblock, doch ihre Bedeutung hängt stark von Software, Elektronik, Produktionstechnik und spezialisierten Dienstleistern ab. Maschinenbau und Engineering sichern die industrielle Tiefe, während digitale Berufe und Deep Tech neue Wachstumspfade öffnen. Kreativwirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Handel und lokale Dienstleistungen ergänzen den Standort und verbinden Wirtschaftskraft mit Stadtleben.
Quelle: Landeshauptstadt Stuttgart, Statistisches Amt der Landeshauptstadt Stuttgart, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, Verband Region Stuttgart, Strukturbericht Region Stuttgart 2025, IT Region Stuttgart, Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Statistisches Bundesamt, IHK Region Stuttgart.