Stuttgart entwickelt sich zunehmend zu einem globalen Zentrum für selbstfahrende Technologien. Die Stadt und ihre Umgebung fördern aktiv die Entwicklung und Implementierung autonomer Fahrzeuge. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Fortschritte, Projekte und Veranstaltungen, die Stuttgart in den Fokus der autonomen Mobilität rücken.
Inhaltsverzeichnis:
- Stuttgarts Engagement für automatisiertes Fahren
- Forschungsprojekte und Studien in Baden-Württemberg
- Innovative Fahrzeugkonzepte - Das U-Shift-Projekt
- Mercedes-Benz - Pionierarbeit im autonomen Fahren
- ADAS & Autonomous Vehicle Technology Expo 2025
- Forschungseinrichtungen und Testzentren in der Region
Stuttgarts Engagement für automatisiertes Fahren
Die Region Stuttgart treibt die Automatisierung des Schienenverkehrs voran. Mit dem "Digitalen Knoten Stuttgart" (DKS) soll die S-Bahn Stuttgart das erste Netz in Deutschland werden, das teilautomatisiertes Fahren im Regelbetrieb ermöglicht. Dies bedeutet, dass Triebfahrzeugführer weiterhin an Bord sind, jedoch das Bremsen und Beschleunigen des Zuges automatisch erfolgt. Dieses Projekt zielt darauf ab, Pünktlichkeit, Kapazität und Effizienz des Schienenverkehrs zu steigern und die Grundlage für eine zukunftsfähige Mobilität zu schaffen.
Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die Umrüstung der bestehenden S-Bahn-Flotte. Die Fahrzeuge werden mit der notwendigen Technik für das European Train Control System (ETCS Level 2 ohne Signale) ausgestattet, was den Weg für einen teilautomatisierten Betrieb ebnet. Der Umbau der Fahrzeuge ist bereits im Gange, und erste Testfahrten mit ETCS sind geplant. Nach erfolgreicher Erprobung kann das System ATO GoA 2 eingeführt werden.
Langfristig strebt die Region eine vollständige Automatisierung bis zur Stufe GoA 4 an, bei der Züge ohne Triebfahrzeugführer betrieben werden können. Die Strecke zwischen Vaihingen und Filderstadt dient dabei als mögliches Testfeld für diese Technologie. Die Automatisierung des Schienenverkehrs verspricht eine bessere Auslastung der Infrastruktur, optimierte Betriebsabläufe und erhöhte Zuverlässigkeit im Nahverkehr.
Forschungsprojekte und Studien in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg investiert in zahlreiche Förderprojekte und Studien, um die Technologie des autonomen und vernetzten Fahrens voranzubringen. Ein zentrales Element ist das Testfeld Autonomes Fahren, das in der Region Karlsruhe/Bruchsal/Heilbronn aufgebaut wurde. Auf über 200 Kilometern ausgewählter Strecken in innerstädtischen Bereichen sowie auf Landes- und Bundesstraßen können hier verschiedene Anwendungen erprobt werden. Dazu zählen automatisierte Shuttle- und Busbetriebe, Logistik- und Lieferdienste sowie Carsharing-Modelle.
Ein weiteres bedeutendes Projekt ist "bwirkt", das sich auf die verkehrlichen Auswirkungen des automatisierten und vernetzten Fahrens konzentriert. Dieses Forschungsprojekt wird vom FZI Forschungszentrum Informatik, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der e-mobil BW durchgeführt.
Innovative Fahrzeugkonzepte - Das U-Shift-Projekt
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit dem U-Shift ein visionäres Fahrzeugkonzept entwickelt. Dieses autonome, elektrische und fahrerlose Fahrzeug zeichnet sich durch die Trennung von Fahrmodul und Transportkapsel aus.
Mercedes-Benz - Pionierarbeit im autonomen Fahren
Mercedes-Benz, mit Hauptsitz in Stuttgart, spielt eine führende Rolle in der Entwicklung autonomer Fahrtechnologien. Das Unternehmen hat den "Drive Pilot" entwickelt, ein hochautomatisiertes Fahrsystem der Stufe 3.
ADAS & Autonomous Vehicle Technology Expo 2025
Stuttgart wird im Mai 2025 erneut Gastgeber der ADAS & Autonomous Vehicle Technology Expo sein. Diese Messe gilt als eine der einflussreichsten Plattformen für Innovationen im Bereich autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme (ADAS).
Forschungseinrichtungen und Testzentren in der Region
Die Universität Stuttgart leistet mit ihrem Institut für Straßen- und Verkehrswesen einen wichtigen Beitrag zur Erforschung autonomer Fahrtechnologien. In Studien werden beispielsweise die Auswirkungen autonomer Fahrzeugflotten auf den städtischen Verkehr analysiert.
Ein weiteres zentrales Element der Forschungsinfrastruktur ist der Stuttgarter Fahrsimulator. Dieser zählt zu den größten und leistungsfähigsten seiner Art in Europa.